Das Motivationsschreiben

Motivationsschreiben
Motivationsschreiben

Als Kern Ihrer Bewerbung gelten im wesentlichen zwei Dokumente. Erstens der Lebenslauf und zweitens natürlich das Motivationsschreiben. Diesem Status entsprechend legen viele Top-Bewerber zu Recht viel Sorgfalt und Augenmerk auf die professionelle Erstellung dieser Dokumente. Deshalb müssen beide Dokumente gleich auf den ersten Blick – quasi in den ersten Sekunden – einen guten Eindruck hinterlassen. Aber wie sieht so ein Motivationsschreiben aus und wofür ist es gut?

Warum wir? Warum Sie? Weshalb dieser Job?

Das Motivationsschreiben erläutert Ihre Motivation. Speziell, mit welcher Motivation bewerben Sie sich genau bei dieser Firma. Wieso genau auf diesen Job. Welche Interessen haben Sie und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten zeichnen Sie aus? Vielleicht wissen Sie auch, was Sie von anderen Bewerbern unterscheidet und wie Sie Akzente setzen.

Motivationsschreiben – Klar und strukturiert – Ideal mit Spannungsbogen

Schreiben Sie klar und strukturiert. Dabei helfen kurze Sätze. Gruppieren Sie auch ähnliche Dinge darüber hinaus räumlich eng bei einander. Beispielsweise können Sie in einem Absatz Ihrer Hardskills darstellen und in einem zweiten Absatz Ihre Softskills beschreiben. Dann ergibt sich die Struktur und Klarheit beinahe von allein. Vielleicht gelingt es Ihnen darüber hinaus eine Art Dramaturgie oder auch Spannungsbogen für Ihre Motivationsschreiben zu entwickeln. Damit können Sie den Leser fesseln und durch die Struktur zu führen.

Ihre Bewerbung – Eine individuelle selbst gestaltete Eintrittskarte

Haben Sie sich bereits mit dem Gedanken angefreundet haben, einen Spannungsbogen zu erstellen? Dann fällt es Ihnen wahrscheinlich auch leichter, die Bewerbung individuell zu formulieren.

Ihre Bewerbung soll neugierig machen. Am liebsten so neugierig, dass die Firma Sie unbedingt kennenlernen möchte. Deshalb ist Ihre Bewerbung Ihre selbst gestaltete Eintrittskarte ins Vorstellungsgespräch. Wo gestaltet man schon seine eigenen Eintrittskarten? Genial, oder?

Aufbau und Länge des Motivationsschreibens

Die Frage nach der optimalen Länge ist schnell beantwortet. Maximal eine Seite in der richtigen Schriftart, damit der Inhalt optimal gelesen werden kann. Bleibt also noch die Frage nach dem strukturellen Aufbau. Das Motivationsschreiben gliedert sich in folgende Bereiche:

Briefkopf

Der Briefkopf besteht aus Absender inklusive Name, Vorname, Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort. Oftmals werden diese Informationen oben links geschrieben. Darüber hinaus sollen im Briefkopf unbedingt Telefonnummer und E-Mailadresse stehen. Viele Bewerber wählen einen Platz oben rechts. Wer mag, kann noch zusätzliche Informationen platzieren. Das können Links auf eine Bewerberhomepage, ein Bewerbungsvideo oder zu Socialmediaseiten oder ähnliches sein. Diese Links aber bitte nur setzen, wenn Sie für die Bewerbung relevant sind.

Weiterhin gehört zum Briefkopf das Datum (mit Ort) und die Firmenadresse. Die Firmenadresse besteht übrigens aus dem vollständigen Namen der Firma. Vergessen Sie daher die Zusätze wie AG, GmbH, SE oder ähnliches nicht. Als nächsten folgt der Vor- und Zunahme des Ansprechpartners. Anschliessend die Adresse (Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort).

Der Briefkopf – insbesondere der mit der eigenen Adresse – eignet sich hervorragend für die individuelle Gestaltung. Hier kann sich Ihre Persönlichkeit deshalb in der Formatierung auszudrücken. Welche Schriftart soll benutzt werden. Soll der eigene Name anders formatiert werden? Wie sollen Telefonnummer und E-Mail dargestellt werden? Wird im Briefkopf ein Icon oder Bild benutzt. Welche Art von graphischen Elementen wird benutzt! Rahmen, Unterstrich, Farben, Muster oder Trennlinien?

Abgeschlossen wird der Briefkopf durch die Betreffzeile. Klassischerweise ist hier die Schrift grösser und oft fett. Einige Bewerber benutzen Farben, um aufzufallen. Vor allem die Firmenfarbe oder eine Farbe, mit der Sie etwas ausdrücken wollen, bietet sich an. Die Betreffzeile sollte in der Regel aus nur einer Zeile bestehen. Es gibt jedoch die Möglichkeit eine sogenannte Bezugszeile zu ergänzen. Diese steht dann direkt unter der Betreffzeile. Sie wird in kleinerer Schrift gestaltet und enthält oft die Referenznummer, wenn Sie in der Stellenannounce genannt wird.

Anrede und Einleitung

Als nächstes folgt die Anrede. Vermeiden Sie eine unpersönliche Anrede, wie “Sehr geehrte Damen und Herren”. Schreiben Sie besser “Sehr geehrter Frau …” oder “Sehr geehrter Herr …”, ergänzt um den Namen Ihres Ansprechpartners. Im darauf folgenden Absatz geht es dann mit Ihrer Bewerbung richtig los.

Die ersten Sätze

Bereits die ersten Sätze sind wichtig. Vermeiden Sie Floskeln. Schreiben Sie statt dessen eine Einleitung, die Interesse weckt und Lust auf mehr macht. Versuchen Sie Worte zu finden und Sätze zu gestalten, die Neugier aus Sie als Bewerber auslösen. Vielleicht wollen Sie hierzu das AIDA-Modell nutzen. Nutzen Sie insbesondere am Anfang Ihrer Kreativität.

Wenn ich Bewerbungen lese, dann halte ich nach den ersten Sätzen inne, spätestens nach dem ersten Absatz. Ich frage mich dann, ist das was ich gelesen habe interessant? Ist es kreativ? Möchte ich weiter lesen? Oder ist es eher Standard und tendenziell langweilig. Wenn Sie wollen, das Ihre Bewerbung auch bis zum Ende gelesen wird, dann schreiben Sie etwas, das Interesse weckt. Gerne bin ich Ihnen hier behilflich.

Hauptteil und Unternehmensbezug im Motivationsschreiben

Im Hauptteil des Motivationsschreibens stellen Sie sich mit Ihren Kompetenzen und Stärken vor. Idealerweise überlegen Sie sich deshalb, welche Kompetenzen und Stärken Sie tatsächlich haben. Wo haben sich Ihrer Kompetenzen und Stärken gezeigt? Welche Situationen sind das genau? Und wie haben Sie sie in der Vergangenheit erfolgreich im Job angewandt. Welche Erfolge gab und gibt es darüber hinaus? Was hat sich daraus besonderes für die Firma ergeben? Sie sie auch im neuen Job relevant?

Wenn Sie die oben genannten Fragen für sich beantworten, dann suchen Sie nach Beispielen und Situationen, in denen sich diese besonders ausgedrückt haben. Erinnern Sie sich, wie sich diese Situationen angefühlt haben? Vielleicht können Sie es sogar mir Zahlen untermauern. Wie viel Geld haben Sie der Firma gespart? Gehörten Sie zu den Top Leuten in Ihrem Bereich, im Team? Wie stark haben Sie zur Umsatzsteigerung beigetragen? Stieg die Kundenzufriedenheit? Um wie viel Prozent? Und so weiter … Hier geht es darum kreativ zu werden und ganz konkrete Beispiele aus Ihrem Berufsleben zu finden, die Ihre Stärken und Ihren Einsatz für Ihren Arbeitgeber beweisen. Der nächste Schritt ist dann diese Beispiele geschickt und griffig in Ihre Bewerbung einzuarbeiten.

Überlegen Sie auch, was das für den neuen Job heisst. Wie können Sie Ihre Kompetenzen und Stärke in der neuen Firma ausspielen? Denken Sie auch hier darüber nach, wie Sie Ihre Kompetenzen gewinnbringend in die neue Firma einbringen können. Vertrauen Sie dabei auf Ihre Kreativität. Spätestens im Bewerbungsgespräch können wir die Infos erfolgreich einsetzen.

Hard- und Softskills

Die Stärken unterteilen sich typischerweise in Hard- und Softskills. Ich schreibe gerne – aber nicht immer – einen Absatz über die Hardskills und einen zweiten über die Softskills. Wichtig ist dabei den Bezug zur neuen Firma und zum neuen Job klar und deutlich herzustellen. Je besser das gelingt, desto besser punkten Sie.

Zusammenfassend geht es im Mittelteil darum, den Wunsch (siehe AIDA-Modell) beim Arbeitgeber zu erzeugen, Sie näher kennen zu lernen. Je besser Sie das machen, um so grösser wird der Wunsch beim Arbeitgeber. Und um so schneller, wird er Sie kontaktieren und zum Vorstellungsgespräch einladen. Es gibt nämlich noch andere Modelle z.B. aus dem NLP, um erstklassige Motivationsschreiben zu erstellen.

Schlussteil des Anschreibens

Im letzten Schritt des AIDA-Modell wird die Action betont. Für uns heisst das, den Arbeitgeber höflich und dezent zu einer Aktion zu bewegen. Welche Aktion könnte das wohl sein? Natürlich die Einladung zum Vorstellungsgespräch!

Genau das ist die Aufgabe des Schlussteils. Hier dürfen Sie kreativ sein. Oder auch einen der klassischen Schlusssätze benutzen. Wenn der Wunsch gross genug ist, dann geht es im Schlussteil darum, den bisher positiven Eindruck abzurunden. Ich bevorzuge freundliche, verbindliche, motivierende und selbstbewusste Varianten. Vermeiden Sie den Konjunktiv. Statt “Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen” schreiben Sie besser “Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr”. Auf der Seite der Karrierebibel.de finden Sie zahlreiche Varianten. Sie können diese direkt nehmen. Oder Sie benutzen sie als Inspiration für Ihre eigene Formulierung. Das ist dann das i-Tüpfelchen.

Grussformel und Unterschrift

Das Motivationsschreiben schliessen Sie mit einer Grussformel, wie “Freundlichen Grüsse” ab. Darunter folgt Ihre Unterschrift. Professionell sieht es aus, wenn Sie Ihre Unterschrift einscannen und dann als Bild einfügen. Das ist gar nicht so schwer. Formatieren Sie das Bild in Word noch als “Hinter den Text”. Dann können Sie es mit der Maus frei verschieben – genau dorthin, wo Sie es haben wollen.

Alternative zur eingescannten Unterschrift

Einige Bewerber, die Ihre Unterschrift nicht einscannen, schreiben Ihren Namen in Schreibschrift. Word hat einige Schriften, die sich gut eignen. Anschliessend ändern Sie die Schriftgrösse und wählen eine blaue Farbe. Das sieht dann so ähnlich aus, wie eine Unterschrift. Als einfache und schnelle Lösung ist das fast genau gut. Ich persönlich würde, aber die Unterschrift einscannen, einfach weil es professioneller wirkt.

Anlagen

Wer mag kann unter der Unterschrift noch kurz auf die Anlagen verwiesen. Einfach das Wort Anlagen hinschreiben.

PS

Wer jetzt noch den Extraschub Aufmerksamkeit einbauen möchte, der kann hier ein PS benutzen. PS steht für Post Scriptum. Also etwas das nachgeschoben wird, wenn der Brief schon fertig ist. In der Zeit als man noch mit Tinte und Feder schrieb, konnte man hier noch schnell etwas ergänzen, ohne den ganzen Brief wieder abschreiben zu müssen.

In der Bewerbung wissen wir ganz genau, was wir schreiben. Ausserdem haben wird ausreichend Zeit und das Einfügen von Text ist auch kein Problem. Es gibt daher eigentlich nichts, das kurzfristig hinzugefügt werden müsste. Dennoch kann man das PS hervorragend einsetzen. Denn hier die noch ein letztes Mal die Aufmerksamkeit auf den Text gelenkt. So können Sie hier zusätzliche, wichtige Botschaften unterbringen, die nicht verloren gehen sollen. Das PS wird garantiert gelesen. Beispiele finden Sie hier.

Beispiele für Motivationsschreiben und Vorgehensweise für Eigene

Für Motivationsschreiben gibt es viele Beispiele. Allein schon die Karrierebibel hat eine Riesenauswahl (mit wenigen Änderungen auch in Schweiz verwendbar). Hier sind vor allem zwei Aspekte hervorzuheben. Erstens die Gestaltung und zweitens der Inhalt. Schauen Sich sich ruhig zunächst eine Reihe von Motivationsschreiben an, auch wenn sie mit Ihrem Berufsbild nicht zu tun haben. Werfen Sie dabei zunächst einen Blick auf die Erscheinung. Wirkt das Design ansprechend und ist der Text ausgeglichen? Passt es zu Ihnen? Vielleicht gefallen Ihnen einige Gestaltungselemente, übernehmen Sie sie doch einfach oder gestalten Sie Ihre ähnlich. Lassen Sie sich inspirieren.

Anschliessend, sozusagen im zweiten Schritt lesen Sie die Beispiele. Welches spricht Sie an? Welche Sätze oder Worte gefallen Ihnen? Auch hier empfehle ich Ihnen diese “guten” Sätze zunächst hemmungslos zu kopieren. Das ist leichter als mit einem weissen Blatt zu starten. Schaffen Sie sich eine Liste mit Sätzen und Wörtern, die Sie mögen. Ergänzen Sie sie um eigene Sätze und Wörter, die Sie unbedingt in Ihrem Motivationsschreiben haben wollen. Dann empfehle ich auch immer eine Liste mit 6 bis 10 Wörter zu erstellen, die unbedingt in Ihrem Motivationsschreiben vorkommen sollen. Mit diesen Grundlagen können Sie dann wunderbar neue, ideenreiche und individuelle Motivationsschreiben erstellen.

Tipps zum Schreiben

Ich habe mir viele Motivationsschreiben angesehen. Dabei wollte ich wissen, was unterscheidet einen normalen von einem Text. Dabei habe ich die wichtigen Stilistischen Mittel herausgearbeitet. Nicht alle stilistischen Mittel tauchen gleichzeitig auf. In vielen Bewerbungen finden Sie jedoch ein Häufung. Nachfolgend möchte ich Ihnen diese vorstellen.

Aktive Sprache

Benutzen Sie eine aktive Sprache und stellen Sie insbesondere klar heraus, dass Sie die aktive und handelnde Person sind.

Positive und motivierende Wortwahl

Benutzen Sie Worte, die positiv und motivierend klingen, beziehungsweise einen motivierenden Kontext haben. Vermeiden Sie negative Worte nach Möglichkeit. Zaubern Sie eine positive Stimmung mit Ihrer Wortwahl.

Beispiele: Meine Begeisterung für …

Lob an die Firma

Sie wollen für die neue Firma arbeiten. Offensichtlich gefällt Ihnen die neue Firma. Auch wenn Ihnen bei der neuen Firma nicht alles gefällt, dann picken Sie das heraus, dass Ihnen gefällt. Die Dinge, die Ihnen gefallen, können Sie auch beschreiben. Übertreiben Sie nicht. Bleiben Sie glaubwürdig, indem Sie bei Ihrem Lob konkret werden. Was genau gefällt Ihnen an der neuen Firma gut? Beispiele können sein: die Lage, die Grösse (Kleinbetrieb, Mittelständler, Grossunternehmen), der Einsatz für die Umwelt, der Umgang mit den Mitarbeitern, der Ruf der Firma, die internationale Ausrichtung, die Branche, wofür ist die Firma bekannt und so weiter.

Selbstbild der Firma spiegeln

Jede Firma hat ein ideales Bild von sich. Die eine Firma sieht sich als mittelständisches Unternehmen mit 100-jähriger Tradition. Eine andere Firma bezeichnet als in der Region verwurzelt. Andere Firmen sehen sich eher international oder sogar als weltweit agierendes Unternehmen. Einige Firmen haben gerade erst ein Jubiläum gefeiert, während wieder andere sich als jung dynamisch bezeichnen. Manche Unternehmen arbeiten in etablierten Branchen. Sie sind vielleicht Branchenführer. Andere Firmen etablieren erst gerade einen neuen Markt, den es vorher nicht gab.

Wie eine Firma sich selber sieht, ist sehr unterschiedlich. Schauen Sie mal auf die Firmenhomepage oder in Geschäftsberichte. Dort haben Sie gute Chancen, es zu finden. Habe Sie es herausgefunden, dann können Sie es im Motivationsschreiben benutzen. Wenn Sie das Selbstbild der Firma spiegeln, schmeicheln Sie der Firma, der einen weniger, der anderen mehr.

A -> B

A -> B sind Formulierungen in der Form, wie ich kann A und selbstverständlich kann ich auch B. Sie verknüpfen zwei Dinge mit Worten wie selbstverständlich, darüber hinaus, natürlich, weiterhin, neben A beherrsche ich auch B. Diese Art der Formulierung unterstreicht Ihre Vielseitigkeit und Kompetenz.

Metaphern / Bilder

Menschen denken in Bildern und erinnern sich besser an Geschichten als an Abstraktes. Schreiben Sie daher weniger Abstrakt und benutzen Sie lieber Metaphern oder Bilder. Eine Metapher ist der sprachliche Ausdrucks eines bildhaften Inhalts.

Beispiel: Statt zu schreiben, dass sie das volle Vertrauen genossen, können Sie schreiben, dass sie die rechte Hand des Chefs waren.

Andere Metaphern sind: etwas anpacken, sich wie in der Westentasche auskennen, das Steuer in der Hand haben, wie Pilze aus dem Boden schiessen, mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, stark wie ein Löwe, vorangehen, graue Theorie, Nägel mit Köpfen machen, mit allen Wassern gewaschen sein, im Bereich XY bin ich zuhause,der Schwerpunkt meiner Arbeit ist, XY ist meine Welt, den Rücken freihalten, die Umsätze explodieren, es lief wie geschmiert, auf der Überholspur sein, die ersten Schritte machen und so weiter.

Lassen Sie Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Wenn Sie es gut machen, dann gestalten Sie positive Bilder, deren unbewusste Eigenschaften auf Sie als Bewerber fallen. Nutzen Sie die Bilder und kreieren positiv besetze Landschaften.

Stark emotionale Worte

Bewerber zählen oft ihre Tätigkeiten auf. Ich habe Tätigkeit A gemacht und zusätzlich auch B getan. Vielleicht merken Sie bereits, dass dies langweilig klingt und auch keine Emotion auf der Seite des Lesers hervorruft. Nehmen Sie statt der langweiligen Worte lieber Worte, die emotional aufgeladen sind. Schreiben Sie beispielsweise: “Ich war für Tätigkeit A verantwortlich und zusätzlich für B zuständig”. Zweites Beispiel: Statt “Ich habe an A gearbeitet.” können Sie “Ich habe federführend Aufgabe A abgeschlossen”.

Merken Sie die den Unterschied, der nur durch den Austausch von neutralen oder nur wenig emotionalen Worten zu höher emotionalen Worten entsteht. Prüfen Sie für Ihren Text. Benutzen Sie die Emotionalitätsskala.

Emotionalitätsskala

Die Emotionalitätsskala geht von 0 bis 100 %. Sie bezeichnet, wie positiv die Emotion ist, die ein Wort herruft. Worte wie Liebe, Lieblingstätigkeit, Verantwortung, beherrschen sind am oberen Ende bei 90 bis 100 % zu finden. Andere Worte wie machen, tun lösen keine Emotionen aus. Sie stehen am unteren Ende der Skala. Die Skala kann sogar negative Werte anzeigen, damit geht sie eigentlich von -100 % bis +100 %. Etwa bei Worten wie aussichtslos, träge, langweilig. Ich empfehle Ihnen, in der Bewerbung nur neutrale und positive Worte zu benutzen. Lassen sie Worte mit negativen Assoziationen oder negativen Werten auf der Emotionaliätsskala weg.

Neutrale Worte durch emotionale Worte ersetzen

Stellen Sie in Ihrem Text fest, wo die Worte auf der Emotionalitätsskala liegen. Im neutralen Bereich (0-30%), in der Mitte mit wenig Emotion (31-50 %), mit etwas Emotion (51-70 %), oben mit deutlichen Emotionen (70-95 %) oder ganz oben mit starker Emotion (96-100).

Wenn Sie unten oder in Mitte sind, dann ersetzen Sie sie durch höher emotionale Worte – Sie müssen ja nicht gleich auf 100 % gehen. Beispiele für emotionale Worte sind: Zuständig, verantwortlich, eine tragende Rolle, wichtige Impulse setzen, abgeschlossen, erledigt, Lieblingstätigkeit, ich liebe A, ich liebe dir Arbeit mit, ich beherrsche, ich bin ein echter Fan von, ich brenne für, ich bin begeistet von und so weiter.

Wer ist der Boss?

Überlegen Sie in welcher Rolle Sie sich bewerben. Wenn Sie nicht der Boss sind, dann können Sie dies auch indirekt ausdrücken mit Formulierungen wie “Gerne unterstütze ich Sie bei …”, “ich möchte dazu beitragen …” oder “ich kann Sie optimal unterstützen”. Damit wird deutlich, dass Sie sich in die Firmenhierachie einordnen.

Gesundes Selbstbewusstsein

Überzeugen Sie mit gesundem Selbstbewusstsein. Schreiben Sie lieber “Ich bin mir sicher” als “Ich könnte mir eventuell vorstellen …”. Das drückt Ihr gesundes Selbstbewusstsein besser aus. Sie als Person sind wertvoll und Sie können Ihren Job. Die Firma sucht Menschen, die Ihren Job gut machen können. Zeigen Sie das auch Sie davon überzeugt sind, einen guten Job zu machen. Formulierungen wie “bei Ihnen kann ich meine Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal einbringen” unterstreichen dies.

Können – Beweis – Nutzen

Die meisten Bewerber stellen Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen dar. Viele liefern auch einen Beweis für Ihre Fähigkeiten. Die wenigsten Bewerber stellen den Nutzen Ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen für die neue Firma heraus. Arbeiten Sie den Nutzen, den speziellen Mehrwert, den Sie in die Firma bringen heraus. Das zeugt von unternehmerischen Denken und bringt Sie dem Job näher.

Beispiele zu Können – Beweis – Nutzen

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Trainer im Fussball. Sie wollen Ihre Mannschaft verstärken. Ich bin ein begnadeter Fussballer und war letztes Jahr sogar Torschützenkönig in meiner Klasse. Wäre ich dann eine Verstärkung für Ihr Team? Das kommt darauf an! Ich kann offensichtlich Fussball spielen und kann es sogar beweisen (Torschützenkönig). Doch was nütze ich Ihnen, wenn Sie als Trainer einen neuen Abwehrchef suchen? Als Stürmer nütze ich Ihnen nichts. Ganz anders wird die Situation, wenn ich Ihnen mitteilen, dass ich bis vor drei Jahren noch sehr erfolgreich in der Abwehr gespielt habe. Dann werde ich langsam wieder für Sie interessant. Sie erkennen meinen Nutzen. Das ist nur einer der Gründe, warum Sie den Nutzen herausarbeiten sollten.

Beispiel: Ich bin ausgebildeter Malermeister (Können = Malen, Beweis = Meisterbrief). Aber wo ist der Nutzen? Was hat die neue Firma davon? Welchen Mehrwert bringen Sie mit?

Ich habe mein BWL-Studium erfolgreich abgeschlossen und danach drei Jahre im Marketing gearbeitet (Können = BWL, Marketing, Beweis: drei Jahre erfolgreich Arbeit). Aber wo ist der Nutzen für die neue Firma? Was hat die neue Firma von Ihrer Ausbildung und von Ihren Erfahrungen? Wo und wie können Sie diese erfolgreich einsetzen?

Natürlich kann die Firma den Nutzen selber finden. Sie weiss in der Regel ja genau, welche Fähigkeiten sich benötigt. Schöner ist aber, wenn Sie es der Firma auch sagen. Dann verstehen Sie, worauf es ankommt und können im Vorstellungsgespräch nutzen orientiert argumentieren. Ausserdem betont es Ihre unternehmerisches Denken.

Roter Faden

Bemühen Sie sich Flow in den Text zu bekommen und einen roten Faden zu etablieren. Orden Sie den Text und verbinden Sie die Abschnitte mit Konjunktionen. Einfach zusammenhanglos von Thema zu Thema zu springen, kommt beim Leser nicht gut an. Ausserdem kann man sich das Gelesene schlechter merken.

PPS

So … nach so vielen Tipps wünsche ich Ihnen nun ganz viel Vergnügen beim Schreiben. Die Rechtschreibung können Sie auf duden.de überprüfen, den Text selber mit wortliga.de. Und wie gesagt, ich helfe Ihnen gerne. Kontaktieren Sie mich einfach!

Matthias Nutt

more of that AG // Buchenstr. 43 // 4054 Basel