Der Lebenslauf in der Bewerbung

Lebenslauf
Lebenslauf

Eines der wichtigsten Dokumente, wenn nicht das wichtigste Dokument, ist der Lebenslauf. Einige nennen ihn auch CV, Curriculum Vitae oder auch Ré­su­mé. Viele Personaler und Chef schauen sich zuallererst den Lebenslauf an. Damit ist dann auch ersichtlich, dass auf der Lebenslauf sorgfältig, vollständig und ansprechend gestaltet werden muss. Nur dann haben Sie beste Chancen auf gute Jobs.

Der Lebenslauf gibt zunächst einmal einen Überblick über Ihres beruflichen Lebens. Das fängt mit den eigenen Daten an. Wer sind Sie? Wie heissen Sie, wo wohnen Sie und so weiter.

Überschrift

Zunächst einmal benötigen wir eine Überschrift, wie “Lebenslauf“, “CV” oder “Curriculum Vitae”. Sie können auch gerne das Wort Lebenslauf gefolgt von Ihrem Namen verwenden. Nachfolgend sind einige einfache Beispiele dargestellt.

Bewerbung Lebenslauf Überschrift
Beispiele für Überschriften im Lebenslauf

Oder Sie geben sich mehr Mühe und entscheiden sich für lebhaftere Versionen wie unten. Hier ein erstes Beispiel.

Lebenslauf
Beispiel für Überschriften im Lebenslauf

Hier ein anderes Beispiel.

Lebenslauf
Beispiel für Überschriften im Lebenslauf

Anschliessend folgen die persönlichen Angaben. Hierbei gibt es neben den Pflichtangaben noch optionale Daten.

Pflichtangaben im Lebenslauf

  • Vorname und Name
  • Adresse (Strasse, Hausnummer, PLZ und ORT)
  • Kontaktdaten, insbesondere Telefonnummer und E-Mail

Optionale Daten

Darüber hinaus gibt es optionale Daten, wie:

  • Nationalität, evtl. Aufenthaltsbewilligungen
  • Geburtsdatum, Heimatort/Geburtsort bzw. Geburtsland
  • Familienstand
  • Konfession

Insbesondere die Konfession ist nur in seltenen Fällen notwendig, beispielsweise wenn Sie sich bei einem kirchlichen Träger bewerben oder aus der Stellenausschreibung herauszulesen ist, dass die Konfession für den Job wichtig ist.

Die Pflichtangaben und die optionalen Daten werden oft linksbündig unter die Überschrift geschrieben. Für einige Stellen in Basel bevorzugen Bewerber die klassische Variante, wie sie nachfolgend dargestellt ist.

Klassische Variante der persönlichen Daten im Lebenslauf

Andere Bewerber präferieren moderne Varianten, bei denen auch spezielle Schriften, Schriftgrössen und auch Farbe die Aufmerksamkeit lenken. Je nach dem, wie mutig Sie sind können Sie etwas experimentieren. Nutzen Sie die Möglichkeit sich mit geschicktem Design positiv abzuheben. Achten Sie dabei vor allem darauf, dass die wichtigen Daten (Name und Kontaktdaten) auf den ersten Blick ersichtlich sind. Hier ein Beispiel:

Modernere Variante der persönlichen Daten im Lebenslauf

Lesbarkeit

Ich empfehle Ihnen auf die schnelle Lesbarkeit zu achten und den Blick auf die Kontaktdaten zu lenken. Denn schliesslich wollen Sie ja kontaktiert werden.

Apropos Lesbarkeit: Gliedern Sie Ihre Telefonnummer durch Trennzeichen/Leerzeichen in sinnvolle Einheiten. Und bezüglich der E.-Mail nutzen Sie bitte seriöse E-Mailadressen. Nehmen Sie Abstand von nicht seriösen E-Mailadressen, wie etwa darkangel@gmx.ch oder darkterror@mail.ch. Sie verstehen schon 😉 Einige Bewerber legen sich extra für die Bewerbung neue E-Mailadressen an, die sie später dann wieder löschen.

Falls Sie aufgrund der Länge Ihres Lebenslauf Platzprobleme haben oder dies aus optischen Gründen bevorzugen, dann splitten Sie die Daten doch einfach rechts und links. Hierzu möchten Sie vielleicht ein paar Musterlebensläufe ansehen und sich dann für das entscheiden, was Ihnen gefällt. Auf den Seiten der Karrierebibel.de werden Sie fündig. Sie zeigt etliche ansprechende tabellarische Lebensläufe. Klassische, moderne, einfach zu gestaltende oder auch Lebensläufe aus denen hervorgeht, dass sich mit Word bestens auskennen. Werfen Sie doch gleich oder später einen Blick darauf.

Foto im Lebenslauf? Gerne!

Viele Bewerber ergänzen neben der Adresse noch das Foto. Zwingend ist es nicht – trotzdem empfehle ich es. Auch wenn professionelle Recruiter Fotos so gut wie möglich ausblenden, unterstützt ein gut gemachtes Bild Ihre Unterlagen positiv. Für mich persönlich gilt: bitte mit Foto. Letztendlich ist es aber Ihre Bewerbung und Ihre Entscheidung.

Design und Format

Die Angaben werden dann noch hübsch formatiert, sodass sie auf einen Blick erfassbar sind und ansprechend wirken. Wie genau sie formatiert werden, legen Sie fest. Hier können Sie etwas experimentieren. Wie gesagt, es geht auch hier um Lesbarkeit und AIDA. Gerne können Sie hier auffallen und etwas Aufmerksamkeit erregen. Aber machen Sie es bitte positiv. Das ist die Kunst.

Links auf weitere Informationen

Geschickte Bewerber zeigen bereits mit der Gestaltung des Lebenslauf, dass sie über beste Word und IT-Kenntnisse verfügen. Andere gehen den klassischen Weg. Einige moderne Bewerber ergänzen die Angaben durch Links. LInks auf ihre Bewerbungshomepage, ein Bewerbungsvideo oder auf ein fiktives Interview. Einige benutzten dafür sogar QR-Codes. Selbstverständlich können Sie auch auf Facebook, Xing, LinkedIn und Co. verlinken. Übrigens sollten Sie davon ausgehen, dass Sie gegoogelt werden. Vielleicht räumen Sie gleich noch schnell einmal im Internet auf. Präsentieren Sie sich auch in den sozialen Medien optimal.

Kleiner Exkurs zu Bewerbungsvideos für junge Bewerber: Suchen Sie auf Youtube doch mal nach den Stichworten “Bewerbung Adidas“. Sie finden dann einige gut gemachte Videos. Welchen Kandidaten würden Sie einstellen? Und falls Sie auch so ein tolles Video haben, warum dann nicht in den Lebenslauf integrieren? Hier winken Sonderpunkte!

Selbstpräsentation – Kompetenzen, Stärken, Erfahrungen, Erfolge

Zurück zum Lebenslauf. Nach den persönlichen Daten, folgt nun optimalerweise eine kurze Selbstpräsentation Ihrer Stärken, Erfahrungen, Kompetenzen und ganz wichtig auch Erfolge. Wenn Sie sich für die klassische Darstellung in Form von Text entscheiden, dann punkten Sie hier durch Zahlen. Formulieren Sie lieber “Verantwortlich für Umsatzsteigerungen von 35%” als nur “Grosse Umsatzsteigerungen”.

Vielleicht gefällt Ihnen aber auch ein Mini-Kurzprofil mit Skalen. Das erhöht die Aufmerksamkeit des Lesers und steigert die Übersichtlichkeit. Ach ja, bevor ich es vergesse. Manch ein erfolgreicher Bewerber schreibt übrigens die angestrebte Position zu den persönlichen Daten. Das zeigt Zielstrebigkeit und Entschlossenheit.

Stationen im Berufsleben

Nun folgen dann die einzelnen Stationen Ihres Berufsleben. Die absoluten Minimalangaben: Von wann bis wann waren Sie bei welcher Firma in welcher Stadt in welcher Rolle beschäftigt. Die Minimalangaben sollten Sie nur für Stellen verwenden, die mehr als 10 Jahre zurückliegen. Oder wenn Sie massive Platzprobleme haben.

Bei aktuelleren Stellen erwähnen Sie bitte auch die wichtigen Tätigkeiten und Erfolge. Zeigen Sie Kompetenz und Können – gerne als Bulletpoints wegen der schnellen Lesbarkeit. Genau hier können Sie Akzente setzen und Wichtiges betonen. Krönen Sie die Aufzählung zusätzlich mit Erfolgen. Vielleicht fragen Sie sich: “Und wie beschreibe ich meine Tätigkeiten so, dass es besonders toll klingt?” Das ist gar nicht so schwer. Ich erkläre es Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.

Reihenfolge zeitlich umgekehrt

Die Reihenfolge der einzelnen Stationen ist übrigens zeitlich umgekehrt. Die letzten Jobs werden zuerst aufgeführt. Also der aktuelle oder der letzte Job ganz nach oben. Nach unten wird das Datum sukzessive immer älter. Der Grund ist simpel: Oft sind die Tätigkeiten, welche Sie in den letzten Jahren ausgeübt haben, wichtiger für den neuen Job. Hier sind Sie ja quasi noch eingearbeitet und können die Tätigkeiten oft aus dem Effeff.

Viele Bewerber suchen auch nach einer neuen Herausforderung und nehmen den letzten Job als Sprungbrett für die neuen Aufgaben. Tendenziell ist es einfach wichtiger, was Sie in den letzten Jahren gemacht haben, als das was schon viel länger zurückliegt. Und wenn interessieren schon die alten Kamellen.

Und noch ein Tipp: Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass in einigen Firmen intern nur der Lebenslauf weiter gereicht wird. Das Anschreiben oder Motivationsschreiben ist manchmal nicht mehr vorhanden. Insofern können wichtige Aspekte des Motivationsschreibens gerne auch im Lebenslauf durchscheinen.

Weiterbildungen

Viele Bewerber verfügen neben der Berufsausbildung über Weiterbildungen. Führen Sie Ihre Weiterbildungen mit Monat und Jahr in zeitlich umgekehrter Reihenfolge auf. Wenn Sie gute Noten habe, dann freue ich mich das hier zu lesen.

Beispiel:
09/2019 – 11/2019 WIG-Schweisskurs, Verein für Schweisstechnik, Basel

Ausbildung

Beschreiben Sie Ihre Ausbildung. Von wann bis wann haben Sie sich wo weiter gebildet. In welchen Ort bzw. Land war das? Wenn Sie einen guten Abschluss haben, dann erwähnen Sie auch die Abschlussnote.

Beispiel:
07/2017 – 08/2019 Ausbildung zum Industriemechaniker, Firma Indus, Basel
Abschlussnote: Sehr gut

Schulbildung

Auch die Schulbildung bitte in umgekehrter Reihenfolge angeben. Die letzte Schule nach oben. Darunter den Abschluss und wenn die Abschlussnoten gut waren, dann bitte angeben.

Beispiel:
08/1999 – 07/2005 Gymnasium Am Münsterplatz, Basel
Abschluss: Matura, Note: Sehr gut
07/1995 – 07/1999 Primarschule, Gotthelf, Basel

Sprachen

Sprachkenntnisse werden schon seit Jahren immer wichtiger. Insbesondere Englischkenntnisse müssen hier erwähnt werden. Speziell in Städten oder dort wo grosse Firmen ansässig sind, helfen Ihnen diese Kenntnisse. Auch dann, wenn Sie sich nicht bei einer internationalen Firma bewerben. Denn selbst als Automechaniker haben Sie englischsprachige Kunden. Und vielleicht fahren Sie auch selber gerne in Ausland. Auch dann hilft Englisch. Aus diesem Grund würde ich neben der Muttersprache selbst nur grundlegende Englischkenntnisse immer angegeben.

Welche Unterscheidungen gibt es bei Sprachkenntnissen?

Zunächst einmal gibt es die Muttersprache. Einige Bewerber können auch eine zweite Sprache so gut, dass Sie es als zweite Muttersprache angeben. Der nächstbeste Level ist verhandlungssicher. Hier sind Ihre Kenntnisse so gut, dass Sie für die Firma Verhandlungen führen und Verträge aufsetzen können. Sind Ihre Kenntnisse etwas weniger gut, dann bezeichnet man die Kenntnisse als fliessend oder auch fliessend in Wort und Schift. Sie können also einem Gespräch gut folgen und aktiv teilnehmen. E-Mail und andere Dokumente lesen und schreiben ist keine grosse Herausforderung für Sie.

Die nächste Level sind dann sehr gut, gut und Schulkenntnisse oder Grundkenntnisse. Sie habe ausreichend Kenntnisse, um einer einfachen Unterhaltung zu folgen oder aber Sie können sich im Urlaub zurechtfinden. Reichen Ihre Kenntnisse dafür nicht aus, dann sollten Sie die Sprache im Lebenslauf nicht erwähnen.

Erwähnen Sie Ihre Muttersprache als erstes, danach entweder Englisch oder die Sprache, die Sie am besten können. Etwa so, wie unten angeben, dabei bitte die Formatierung an den Stil Ihres Lebenslaufs anpassen:

Deutsch – Muttersprache
Englisch – verhandlungssicher
Französisch – fliessend
Italienisch – Grundkenntnisse

Einige Bewerber geben Ihre Sprachkenntnisse auch als Punkte an. Das sieht dann in etwa so aus. In Word bieten sich natürlich bessere Sonderzeichen an als hier in HTML.

Deutsch:
Englisch:
Französisch:
Italienisch:

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Besondere Kenntnisse / IT-Kenntnisse

IT-Kenntnisse werden heute in vielen Jobs vorausgesetzt. Für die meisten Jobs reicht ein Hinweis auf Microsoft-Office-Kenntnisse. Ich gehe mal davon aus, dass Ihre Wordkenntnisse ok sind. Auch wenn Sie vielleicht nicht für Serienbriefe reichen, schreiben Sie trotzdem gut oder sehr gut. So wie im Beispiel unten. Weitere IT-Kenntnisse fügen Sie bitte im Anschluss dazu. Nehmen wir als Beispiel SAP. Wenn Sie SAP anwenden können, dann spricht sollten Sie die auch so schreiben: gute bis sehr gute Anwenderkenntnisse.

MS-Office – sehr gute Kenntnisse
WordPress – gute Kenntnisse
C++ Programmierung – gute Kenntnisse
SAP – sehr gute Anwender- und Programmierkenntnisse

Hobbys

Sollen Hobbys im Lebenslauf erwähnt werden? Diese Frage stellt sich für mich anders. Wenn Ihre Hobbys etwas wichtiges über Sie aussagen und/oder für die Stelle relevant sind, dann finde ich sollten Sie sie erwähnen.

Beispiel: Sie sind Trainer einer Jugend-Mannschaft und bewerben sich auf Ihre erste Manager-Position Dann ist der Trainerjob relevant, denn Sie zeigen, dass Sie bereits erste Führungsaufgaben haben und Verantwortung übernehmen.

Beispiel: Sie engagieren sich ehrenamtlich am Wochenende in der Altenpflege/Altenheim. Auch das spricht für Ihr Engagement. Nebenbei unterstreicht es Ihre sozialen Fähigkeiten und Ihre Fähigkeiten als Teamplayer.

Beispiel: Sie fahren am Wochenende gerne Motorrad und bewerben sich auf einen IT-Job als Programmierer. In diesem Fall ist Ihr Hobby für die Firma und Job nicht so interessant.

Allgemein bilden Hobbys aber auch immer die Gelegenheit Kontakt mit Ihrem Gegenüber herzustellen und Gemeinsamkeiten zu finden. Ganz speziell im Vorstellungsgespräch. Ich habe schon von Gesprächen gehört, in denen der Bewerber mit seinem Hund gepunktet hat. Selbstverständlich war auch der Recruiter Hundeliebhaber. Sie können sich vorstellen, über was gesprochen wurden. Sachen gibt’s.

Müssen die Hobbys in den Lebenslauf? Nicht immer.

Automatische Filter

Ach und … wissen Sie dass, viele Bewerbungen automatisch auf die richtigen Keywords gefiltert werden? Werden die Keywords vom Computer nicht gefunden, dann kann es passieren, das Ihre Bewerbung automatisch ausgefiltert wird. Kann man das verhindern? Wenn man die Keywords kennt, dann ja. Leider kennen wir sie meistens nicht. Da hilft dann nur sich die Stellenbeschreibung und die Firmenhomepage genau anzugucken. Wir suchen Worte, die der Firma wichtig sein könnten und schreiben diese dann genauso in unseren Lebenslauf und/oder Motivationsschreiben. Nehmen Sie keine Synonyme. Sie könnten eventuell nicht als Keyword erkannt werden. Und das mindert Ihre Chancen. Nehmen Sie genau die Worte aus der Stellenbeschreibung, dann sprechen Sie auch die Sprache der Firma. Perfekt!